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04.01.2016

Verkehrsfreigabe der B 96n auf der Insel Rügen


Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und Vertretern der Bürgerinitiativen „Pro A20 / Rügenanbindung“ und Rambins „Ja zur B 96n“ ist am 8. Dezember 2015 der Südabschnitt der B 96n auf Rügen für den Verkehr freigegeben worden.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesverkehrsminister  Alexander Dobrindt, Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering und Infrastrukturminister Christian Pegel eröffneten den 14 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen der Anschlussstelle Altefähr und Samtens Ost.

 

Minister Dobrindt hob die große Bedeutung der B 96n für die Region hervor: Sie ist der einzige Rügenzubringer und damit wichtige Verkehrsachse für den Personenverkehr und Warenaustausch. Die neugebaute, leistungsstarke B 96n erschließt wirtschaftliche Entwicklungspotentiale und bringt mehr Lebensqualität.

 

Die B 96n verbindet die Insel Rügen über die 2007 fertiggestellte Strelasundbrücke mit dem Festland. Gleichzeitig ist sie die Hinterlandanbindung für den Hafen Sassnitz-Mukran und nimmt den Transitverkehr auf. Als überregional bedeutsamer Straßenzubringer zur Ostseeautobahn A 20 und zur Europastraße E 22 ist die B 96n wesentliches Bindeglied im europäischen Verkehrsnetz sowie ein wichtiger Bestandteil der Transeuropäischen Netze (TEN).

 

Ministerpräsident Sellering wies darauf hin, dass nun die für Touristen attraktive Insel Rügen leichter erreicht werden könne und nicht nur der Urlaubsverkehr auf der Insel in den Sommermonaten entzerrt, sondern zudem Engpässe für den Wirtschaftsverkehr beseitigt und so Transportzeiten verringert würden.

 

Die umweltfeindlichste Form des Fahrens sei der permanente Stau, sagte Merkel bei der Freigabe. Vor allem die Verkehrsknotenpunkte, die Ortsdurchfahrt Rambin und die Ampelkreuzungen in Samtens, können mit der neuen Strecke umfahren werden.

Auch die Anwohner an der gegenwärtig erheblich überlasteten Ausweichstrecke an der L 29 zwischen Altefähr und Lancken-Granitz können aufatmen.

 

Der rund 20 Kilometer lange Abschnitt der B 96n auf der Insel Rügen ist in einen 14 km langen, 96,5 Mio. Euro teuren Südabschnitt, davon werden 49,4 Mio. Euro aus dem EFRE- Fonds (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung) bestritten und einen 6 Kilometer langen, mit 55,6 Mio. Euro veranschlagten Nordabschnitt bis Bergen aufgeteilt.

 

Die neue Trasse verläuft in weiten Teilen neben der ursprünglichen B 96, die weiterhin für den langsam fahrenden Verkehr – auch für den landwirtschaftlichen Verkehr und Busse- erhalten bleibt. Die Trasse ist als zweispurige Kraftfahrstraße mit wechselseitig angeordneten Überholmöglichkeiten konzipiert, wodurch das Überholen vereinfacht und gefahrloser wird. Eine Besonderheit stellt der weiß abgegrenzte, grüne Mittelstreifen dar, der nicht überfahren werden darf.

 

Als zusätzliche Bauleistung wurde zwischen Altefähr und Rambin und zwischen Rambin und Samtens ein Radweg fertiggestellt. Innerhalb der Ortslagen Rambin und Samtens erfolgt in 2016 der Weiterbau des Radwegs.

 

Für den Nordabschnitt bis zum Knoten Bergen besteht Baurecht. Seit Juli 2015 hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die Bau- und Finanzierungszusage erteilt.

 

 

Die DEGES hat unverzüglich mit den Bauvorbereitungen begonnen. Der Spatenstich für den aktuell auf 55,6 Mio. Euro veranschlagten Abschnitt soll im Sommer 2016 erfolgen.