27.11.2014

Des Reiches Straße - A66 von Frankfurt bis Fulda fertig gestellt


Am 13. September 2014 wurde der letzte Abschnitt der A 66 zwischen Frankfurt am Main und Fulda dem Verkehr übergeben. Damit ist die alte Reichsstraße und wichtige Handelsstraße zwischen Frankfurt und Leipzig auch in diesem Bereich zu einer modernen Autobahn geworden. Die Geschichte der A 66 reicht weit zurück. Als Rhein-Main-Schnellweg. Begonnen, wurde der Abschnitt zwischen Wiesbaden und dem Westkreuz Frankfurt im Jahr 1965 durch Umwidmung zur Autobahn geschaffen und zwischen Frankfurt und Gelnhausen bis zum Jahr 1976 fortgesetzt. Es folgten die Abschnitte bis Bad Soden-Salmünster 1985, bis Schlüchtern 1994 und bis Neuhof-Süd 2007. Nördlich von Neuhof wurde der Abschnitt bis Fulda-Süd im Jahr 2012 gebaut. 

Alte Straße Frankfurt-Fulda-Leipzig

 

Mit dem jetzt fertig gestellten Teilstück zwischen Neuhof-Süd und Neuhof-Nord wurde bereits im Jahr 2005 begonnen, aber dieser 3,5 km lange Abschnitt stellt auch den technisch anspruchsvollsten Streckenbereich dar. Herzstück ist ein 1,6 km langer Tunnel durch die Ortslage Neuhof. Die Arbeiten für den Tunnel mussten eng mit Veränderungen der DB verzahnt werden:

- Die ICE-Trasse Frankfurt-Fulda erhielt eine neue gestreckte Linienführung auf 2.5 km Länge, um eine höhere Fahrgeschwindigkeit realisieren zu können.

- Der gesamte Bahnhofsbereich Neuhof wurde umgebaut mit neuen Zugängen zu den Gleisen.

- Die Gemeinde Neuhof baute eine neue P+R-Anlage für Pendler, die teilweise auf dem Autobahntunnel liegt.

Im südlichen Abschnitt verläuft der Tunnel auf einem Damm und stellt hier eigentlich eine Einhausung dar. Auf ihr liegt die neue P+R-Anlage. Nach den Planungen soll die nachträgliche Überschüttung begrünt werden.

Tunneloberfläche mit P+R Anlage

 

Der schwierigste mittlere Abschnitt konnte erst nach Rückbau der alten Gleisanlagen und Fertigstellung der neuen Gleise hergestellt werden. Hier wurden ein neuer Bahnsteig  und die Abgänge zur neuen Fußgängerunterführung teilweise direkt an der Tunnelaußenwand errichtet.

Im nördlichen Abschnitt durchfährt der Tunnel einen Bergrücken mit einer Überschüttung von bis zu 13 Metern. Die beiden Tunnelportale wurden jeweils in Einfahrtsrichtung aus fahrpsychologischen Gründen auf eine Länge von 40 Metern galerieartig geöffnet. Im Bereich der beiden Vorfelder sind 30 Meter lange Lüftungstrennwände zwischen den Richtungsfahrbahnen angeordnet. Sie sollen verhindern, dass aus den Ausfahrtportalen austretende Luft wieder in das Einfahrtportal eingesaugt wird und auch im Brandfall kein Rauch in die „Rettungsröhre“ eingetragen wird.

Tunneleinfahrt Süd

 

Für die Bürgerinnen und Bürger von Neuhof hat sich eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität ergeben. So wird der starke überörtliche Verkehr akustisch und auch optisch aus der Ortslage heraus gehalten, der Bahnhofsbereich durch die Fußgängerunterführung und die große P+R-Anlage aufgewertet und durch die bepflanzte Tunneldecke die bisherige Trennwirkung zur Landschaft aufgehoben.

 

Mit der Fertigstellung der A 66 erhält die gesamte Region Osthessen eine leistungsstarke Verkehrsanbindung an das Rhein-Main-Gebiet – nach langem Ringen.

Das Ringen geht weiter, denn die Region fordert den viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke Fulda – Frankfurt. Außerdem muss die Lücke der A 66 in Frankfurt noch geschlossen werden.

Hierfür steht das Jahr 2020 in den Planungen.

 

 

Rolf Crone

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von

Hessen Mobil

Straßen- und Verkehrsmanagement

Standort Fulda

Schillerstraße 8

36043 Fulda