< Lückenschluss auf der A 23 bei Itzehoe mit Fertigstellung der 2. Störbrücke
06.09.2016

„Aufstand der Viadukte“ Fertigstellung der Gesamtmaßnahme Lückenschluss Itzehoe auf der A 23


Die A 23 von Hamburg bis Heide und die weiterführende B 5 sind die großräumig wirkende Westküstenachse in Schleswig-Holstein. Bei Itzehoe bestand allerdings eine 7,5 km lange Lücke in der A 23, hier war nur ein dreistreifiger Querschnitt als B 5 mit einer abgängigen 1.160 m langen Störbrücke aus dem Jahr 1967 vorhanden, was stets zu erheblichen Verkehrsproblemen führte. Deswegen wurde 1998 der Startschuss für den 7,5 km langen Ausbau der B 5 zur A 23 gegeben. Die Störbrücke Itzehoe ist dabei das größte Bauwerk, konzipiert wurde hierfür je Fahrtrichtung eine 120 m lange Strombrücke als Stabbogenbrücke, kombiniert mit Vorlandbrücken als Durchlaufträger.

 

Dieser Engpass auf der A 23 bei Itzehoe existiert  seit Anfang Juli 2016 nur noch in der Erinnerung. Lt. Baudirektor Kai Uwe Schacht der Niederlassung Itzehoe des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV) freut sich, dass nach Beendigung der Restarbeiten die A 23 bei Itzehoe störungsfrei befahrbar ist, eine lange komplizierte Baumaßnahme beendet ist und der häufige Umleitungsverkehr mit Gefahren und Behinderungen in Itzehoe vorbei ist.

 

Bereits am 11. Juni 2016 war die eher symbolische, aber offizielle Verkehrsfreigabe der Gesamtmaßnahme. Bei bestem Wetter begrüßte der Direktor des LBV, Torsten Conradt, die Gäste und erinnerte an die lange Planungsgeschichte und die 10jährige Bauzeit mit den besonderen Ereignissen der Einweihung der 1. Störbrücke (Ersatzneubau) im Juni 2010 und der 2.Störbrücke im Oktober 2015. Diese gesamte Maßnahme wurde stets von der Bevölkerung positiv aufgenommen und unterstützt.

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Der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann vom BMV wies ebenfalls auf die Entwicklung hin. Die Entscheidung zu dieser teuren Baumaßnahme war aber nicht zu umgehen, da die alte Störbrücke durch einen Neubau ersetzt werden musste und ein Ausbau auf vier Fahrstreifen wegen des prognostizierten Verkehrs von 42.000 Fz/Tag erforderlich war. Die neuen landschaftsprägenden Störbrücken waren nicht nur eine ingenieurtechnische Herausforderung, sondern sie sind auch gut gelungen. Bei der Gestaltung der Brückenpfeiler hat sich der Architekt Prof. Winking an dem Gemälde „Aufstand der Viadukte“ von Paul Klee orientiert und die zwei Stabbogenbrücken sind bereits ein Markenzeichen dieser Gegend.  Von den rd. 158 Mio.€  Gesamtkosten entfielen fast 80 Mio.€ auf den Bau der beiden Störbrücken.

Ferlemann wies noch auf weitere Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur dieses Raumes hin: so der zzt laufende Bau der Einfädelung der A 23 in die A 7 bei Hamburg, die Weiterentwicklung der B 5 im Norden, so dass die Westküstenader (A 23 – dreistreifige B 5) den verkehrlichen Erfordernissen entsprechen wird. Ferlemann sprach auch das Großprojekt A 20 an. Der Planfeststellungsbeschluss für den Elbtunnel bei Drochtersen wird Ende des Jahres wohl vollziehbar werden, so dass Anfang 2017 die Ausschreibung erfolgen kann.

 

Auch Verkehrsminister Reinhard Meyer freute sich über diesen schönen Tag für Schleswig-Holstein. Die Lebensader an der Westküste wird attraktiver für Pendler, für Wirtschaftsverkehr, für Touristen zu den Inseln. In den letzten Jahren waren viele Belastungen im Raum zu ertragen, wie Staus, Umleitungen, Lärm. Jetzt hat der Raum nicht nur zwei schöne Brücken, sondern auch zusätzlich 3,3 km neue Lärmschutzanlagen. Zur besseren Infrastruktur wird auch die hier in der Nähe kreuzende A 20 beitragen. Meyer bedauerte, dass solche Großprojekte heute viel zu lange dauern, man muss darüber nachdenken, wie diese Projekte künftig zügiger abgewickelt werden können. So konnte die Planfeststellung dieses A_23-Abschnitts zügig und ohne Klagen gegen den Beschluss erfolgen, da die Bevölkerung hinter dieser Maßnahme stand.

 

So waren die Bürgerfeste anlässlich der Brückeneinweihungen auch als ein Dankeschön des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr an die Bürger zu verstehen. Immerhin wurde seit zehn Jahren am Lückenschluss gearbeitet und die Bürger haben die Maßnahmen von Anfang an mit sehr hoher Akzeptanz begleitet, wozu die Informationen und Teilhabe am Baugeschehen beitrugen. Auch die Notwendigkeit der Maßnahme war gerade bei den Bürgern von Itzehoe unumstritten.

 

Dipl.-Ing. Klaus Hense

 

Von: Dipl.-Ing. Klaus Hense