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12.05.2016

Die B 178 neu - eine Unvollendete ?


Seit ihrer Gründung vor 20 Jahren engagiert sich die von der GSV unterstützte "IG B 178 n " - ein Bündnis aus Bürgern, Politik und Wirtschaft - für den Bau der B 178n.

Die "Lebensader der Region", die von der Grenze zu Tschechien und Polen über ca. 45 km bis zur A 4 östlich Bautzen führen soll, soll Ortsdurchfahrten entlasten, die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss erhöhen, Staus und Schadstoffbelastungen mindern und den Wirtschaftsraum Südliche Oberlausitz erschließen.

Um dieses Ziel zu erreichen hat die "IG B 178n" in zahlreichen und vielfältigen Aktionen ( u.a.Besuche in Berlin beim BMVI und Dresden beim Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr, Unterschriftensammlungen, Plakataktionen ) fortlaufend auf die Notwendigkeit einer baldigen Verkehrswirksamkeit der neuen Trasse hingewiesen. Und dies nicht ohne Erfolg:

Mittlerweile sind über 30 km fertig gestellt und vor allem die Entlastung für Löbau und Herrnhut hat den Bürgerinnen und Bürgern eine nachhaltige Verbesserung ihrer Lebensqualität beschert. Ein weiterer Abschnitt ( BA 3.3 ) ist in der Planfeststellung. Doch ausgerechnet der Anschluss an die A 4 bei Weissenberg ( BA 1.1 ) "hängt in der Luft". Das dort nach dem genehmigten Vorentwurf  des BMVI begonnene Planfeststellungsverfahren ist seit nahezu 18 Monaten unterbrochen.

Hintergrund ist wohl die der bisherigen Planung zugrunde liegende Prognose der täglichen Verkehrsbelastung, die nach unten korrigiert wurde ( von 17.000 auf 12.500 Kfz /Tag ) und die eine vierstreifige Trasse als nicht mehr notwendig erscheinen lässt. Stattdessen soll die Trasse als "2+1" geplant werden. Unabhängig von der Notwendigkeit, aus finanziellen Erwägungen heraus und dem damit verbundenen schlechteren  Nutz-Kosten-Verhältnis von einer vierstreifigen Trasse - wie sie nach Süden besteht - abzusehen, wird derzeit ein neuer Variantenvergleich für den ca. 5 km langen Bauabschnitt erstellt. Es ist allerdings zu fragen, wie die in den einschlägigen Prognosen für das Zieljahr 2030 genannten Zahlen zum Anstieg des grenzüberschreitenden Schwerlastverkehrs Berücksichtigung finden und wie sich diese ggfs. auf die jetzige Planung auswirken. Denn gerade der Transitverkehr macht einen hohen Anteil an der täglichen Verkehrsbelastung auf der B 178 aus.

Der Oberlausitz ist zu wünschen,  dass das Projekt B 178 neu in überschaubarer Zeit durchgehend realisiert wird und diese "Lebensader der Region" ihren Pulsschlag aufnimmt.