16.10.2015

Neubau der Ortsumfahrung Güterfelde und Umbau des Güterfelder Ecks im Zuge der L 40


Ausgangssituation

Die L 40 und die L 76 sind regionale Straßenverbindungen,  die im Bereich zwischen der südlichen Berliner Stadtgrenze und dem Berliner Ring die Verbindung der Landeshauptstadt in Richtung Osten gewährleisten.

Aufgrund des Fehlens einer geeigneten Verteilerachse erfolgt über die genannten Straßen, insbesondere über die L 76, ein wesentlicher Teil der Verkehrserschließung der südlichen Berliner Stadtbezirke sowie von Stahnsdorf, Teltow und Kleinmachnow - weiterführend bis nach Schönefeld.

Die Verkehrsbelastung der L 76 ist im Zuge der Ortsdurchfahrten in Stahnsdorf und Teltow mit einer Länge von ca. 9 km ortsunverträglich. Ein weiterer Straßenausbau ist hier nicht möglich. Angesichts der prognostizierten Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung der Region muss von einer signifikanten Erhöhung des Verkehrsaufkommens ausgegangen werden. Entscheidend beeinflusst wird dieser Trend von der Entwicklung der Wohn- und Gewerbestandorte in Potsdam, Teltow, Stahnsdorf, Ludwigsfelde und Großbeeren mit dem GVZ und vor allem vom neuen Flughafen in Schönefeld.

 

Ziel der Maßnahme

Das Ziel eines verkehrsgerechten Ausbaus, dass heißt die Verlagerung des Durchgangsverkehrs aus den Ortsdurchfahrten der L 76 und eine Splittung des Quell- und Zielverkehrs auf die L 40, besteht in Folgendem:

·         Wiederherstellung der Lebensqualität der Anwohner

·         Schaffung der Voraussetzung für einen Straßenrückbau der L 76 zur Minimierung der Zerschneidungswirkung als Basis einer zukünftig ortsverträglichen städtebaulichen Entwicklung

·         Verringerung der Lärm- und Schadstoffbelastungen und Erhöhung der Reisegeschwindigkeit bei gleichzeitiger Verbesserung des Sicherheitsniveaus

·         Sicherstellung der Funktion der Landesstraße und damit der Grundlagen der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung der Region

·         Verbesserung der Verbindung Potsdam – GVZ und Potsdam – Flughafen

 

Planung und Bau

Die Baumaßnahme wurde in drei Bauabschnitte unterteilt.

 

Der  erste ca. 3.000 m langen Bauabschnitt  vom bisherigen Ausbauende der L 40n aus Großbeeren kommend bis hinter die im Bau befindliche Radwegbrücke beim Wohngebiet Seematen wurde im August 2012 fertiggestellt. Somit konnte dann der Verkehr aus Großbeeren kommend bis zum Knotenpunkt mit der L 77 bereits über die Umgehungsstraße fließen und die Anwohner der Großbeerenstraße wurden vom Verkehr entlastet.

 

Der zweite Bauabschnitt - Herstellung einer Brücke über das „Harte Fenn" und eine Straßentrasse  mit einer Länge von ca. 800 m - wurde im Zeitraum von

Ende 2010 bis Ende 2013 realisiert..

 

Das Güterfelder Eck schloss sich als dritter Bauabschnitt an die OU Güterfelde an.

Baubeginn war im Herbst 2011. Das Bauwerk, über das die L 40 (neu) in Richtung Stahnsdorf angebunden wird, war zu diesem Zeitpunkt bereits seit längerem fertiggestellt. Das Güterfelder Eck konnte nach Abschluss des kompletten Umbaus gemeinsam mit dem zweiten Bauabschnitt  am 16.12.2013 für den Verkehr freigegeben werden.

 

Technische Daten, Bauzeit und Kosten

Länge und Breite der Landesstraße:                  10,8 km mit RQ 26, vierstreifig

Anzahl der Knotenpunkte:                                               2

Anzahl der Ingenieurbauwerke:                         7

Regenrückhaltebecken:                                       4

Durchlässe:                                                             4

                                              

Bauzeit:                                                                               2010 bis 2014 (der Abschnitt von Margraffshof bis zur L 77 wurde bereits im August 2012 in Betrieb genommen)

 

Kosten:                                                                     insgesamt 41,8 Mio. EUR

            davon OU Güterfelde:                               30,2 Mio. EUR

            davon Güterfelder Eck:                             11,6 Mio. EUR

75 % der Bausumme wurden mit Mitteln der Europäischen Union (EFRE) gefördert